Erfahrungen aus den Symposien
Das wochenlange, ja monatelange Arbeiten in der Gipshalle, Stahl schweißen, flexen, brennschneiden, heben, polieren... umgeben von Kollegen und Kolleginnen mit unterschiedlichen Vorgeschichten ist eine großartige Erfahrung. Man hat am Gesamtschaffen und am Schaffen anderer teil. Die einzige Gemeinsamkeit ist Stahl, alle kommen nur hierher, weil man hier in Stahl arbeiten kann, jeder agiert anders mit Stahl, alle Gedanken kreisen nur um den Stahl!

Eine wichtige Erkenntnis, die man schon nach wenigen Tagen in der Gipshalle begreift, ist die, dass man alleine im Angesicht des schweren Materials verloren und hilflos ist. Mit anderen jedoch kann man über sich selbst hinausgehen und Visionen wahr werden lassen, die sonst in der Schublade verstauben würden. Dennoch arbeitet jeder nach seiner Überzeugung, nach seinen Ideen und macht vom Konzept bis zur Ausführung alles selber. Im Nebeneinander passiert das natürlich umso eifriger. Die Umgebung der Industrieanlage bietet für derart intensives Arbeiten ideale Voraussetzungen, ist man doch beinahe abgeschnitten von zivilisatorischen Errungenschaften: keine Bibliothek, keine städtischen Gesellschaften, eine Art selbstgewählte Isolation. Eine einfache und aufopfernde Grundeinstellung ist nötig, ... und man ist am Abend glücklich aber geschafft. In der Gemeinschaft entwickelt sich ein gemeinsamer Arbeits- und Essensrhythmus, bei denen die Pausen nicht nur Notwendigkeit, sondern auch wertvolle Momente zum Diskutieren und Austauschen von Erfahrungen sind. Die Zusammenarbeit mit anderen Leuten bringt in jeder Hinsicht viel Bereicherung. Die TeilnehmerInnen schätzen sich auch glücklich, weil eine derartige Arbeit im Sommer natürlich ungleich schöner ist, als im Winter in einem Atelier zu arbeiten. Rund um die Gipshalle kann man die Natur genießen bis hin zur Salzach, man kann sich auf dem Schrottplatz inspirieren lassen oder andere Stahlplastiken im Freien anschauen und viel lernen.